Konzept Zwergenwerkstatt

Die „Zwergenwerkstatt“ ist ein Ort, an dem uns Erwachsenen alles sehr klein erscheint, wie bei den 7 Zwergen, der aber genau auf die Körpergrößen der Kinder zwischen 2 und 6 Jahren ausgerichtet ist. Ein Tisch, kaum 50 cm hoch, mit kleinen Schraubstöcken daran, eine Wand voller Werkzeug aller Art, Regale voller Materialen.

 

In diesem kleinen Raum, der ehemaligen Waschküche des Erlöserkindergartens, eröffnen sich neue Erfahrungs-Welten, die dem Kind unvergessliches Rüstzeug auf den Weg in seiner Entwicklung gibt.  Die „Zwergenwerkstatt“ im Erlöserkindergarten ist aber weit mehr als nur ein Raum – sie ist die Verbindung von ästhetischen, handwerklichen, technologischen und philosophischen Fragestellungen an einem experimentellen Ort und eine Idee, die langfristig und kontinuierlich die Bildungsarbeit mit Kindern unterstützt. Sie gibt jedem Kind die Möglichkeit, darin zu arbeiten. Es erfährt, dass der Prozess des Gestaltens zu den glückhaften Momenten unseres Daseins gehört.

 

Kreativität gilt als eine der Schlüsselqualifikationen unserer Zukunft. Neben einer abwechslungsreichen Naturumgebung brauchen Kinder vielseitige Gelegenheiten, um ihr Wissen symbolhaft auszudrücken. Dazu dienen neben der Sprache vor allem das Malen und Zeichnen sowie das Bauen und Gestalten. Diese Formen ermöglichen gerade im Umgang mit Naturmaterialien nicht nur ein Symbolisieren des Wissens, sondern auch weitergehende Erfahrungen und Einsichten mit dem und in das Material selbst. Diese Wege werden in der „Zwergenwerkstatt“ beschritten:

 

  • vorgefundene Materialien sinnlich erfassen und gestalten
  • sammeln und die Wirklichkeit mit sinnlichen Mitteln ordnen
  • nach-sinnen und gestaltend nach-denken
  • bauen und konstruieren
  • unterschiedliche Ideen und Fantasien spielend und gestaltend miteinander verbinden
  • Erlernen handwerklicher Fähigkeiten 

 

Projektarbeit ist die wichtigste Form der Arbeit mit den Kindern. Die Suche nach Ideen auf der Basis authentischen Interesses der Kinder und der fließende Übergang zwischen Experiment und Kunst begleiten uns ständig. Innerhalb dieser Arbeit entwickelt sich Vieles über „die Sprache des Materials“ und oftmals ist eine der Arbeitsphasen ein freies Experimentieren mit dem Material. Notwendig ist es dabei, eine Ebene des freien Spiels einzunehmen – eine Haltung, die uns Erwachsenen nicht leicht fällt -, eine Ebene, auf der uns Kinder wie selbstverständlich überlegen sind.

 

Entscheidend ist auch hier die genaue Beobachtung und Wahrnehmung der Fähigkeiten jedes Kindes. Die Projektdokumentation soll dem Handlungsprozess Struktur verleihen und dem Kind Wertschätzung vermitteln. Sie ist Informationsquelle für die Erzieherinnen und Eltern über Denken und Ziele, Können und Entwicklung des Kindes. Es arbeitet in einer kleinen, altershomogenen Gruppe in der Werkstatt. Das jährliche Abschlussprojekt der Gruppe der „Wackelzähne“ erstreckt sich über mehrere Monate während ihres letzten Kindergartenjahres.